Seit fast zwei Jahrzehnten wird in der Modebranche über die wahren Identitäten hinter den Charakteren in „Der Teufel trägt Prada“ geflüstert. Jetzt erzählt die Frau, von der man glaubt, dass sie die echte Inspiration für Emily Blunts nervöse, mörderische Figur ist, endlich ihre Seite der Geschichte.
In einer aktuellen Folge des Vogue-Podcasts Run-Through enthüllte Star-Stylistin Leslie Fremar die Spannungen, die hinter den Kulissen bei Vogue in der Ära herrschten, die das Buch und den Film inspirierte.
Ein professioneller Verrat
Fremars Verbindung zur Geschichte ist direkt: Sie war die erste Assistentin der damaligen Vogue -Chefredakteurin Anna Wintour und war dafür verantwortlich, Lauren Weisberger als Juniorassistentin einzustellen. Die beiden arbeiteten etwa acht Monate lang eng zusammen.
Während Weisbergers Memoiren technisch als Fiktion eingestuft wurden, betrachtete die Branche sie lange Zeit als eine kaum verhüllte Enthüllung der Arbeitsbedingungen bei der Vogue. Fremar schloss sich dieser Meinung an und beschrieb die Veröffentlichung des Buches als „Verrat“.
„Es fühlte sich einfach wie diese Entblößung an“, bemerkte Fremar. „Obwohl ihr offensichtlich jemand geraten hat, es fiktiv zu machen, basierte es tatsächlich auf vielen Dingen, die … Ich habe gelebt, sie hat gelebt.“
Die Reibung zwischen Mode und Journalismus
Fremar lieferte den entscheidenden Kontext dafür, warum die Beziehung zwischen den beiden Frauen so angespannt war – eine Dynamik, die sich in der filmischen Rivalität zwischen Emily Charlton (Blunt) und Andy Sachs (Anne Hathaway) widerspiegelte.
Laut Fremar resultierte die Spannung aus einem grundlegenden Unterschied in der Leidenschaft und den Karrierezielen:
– Fremar war der Modebranche zutiefst verbunden und betrachtete ihre Rolle als einen langfristigen Karriereweg.
– Weisberger hingegen interessierte sich hauptsächlich für das Schreiben und schien wenig Interesse an der Modewelt selbst zu haben.
Diese Fehlausrichtung führte zu beruflicher Frustration. Fremar gab zu, dass ihre Darstellung im Film als „nicht sehr nett“ oder „angespannt“ ihren Stress in der realen Welt widerspiegelte, und bemerkte, dass sie oft das Gefühl hatte, Weisbergers Pflichten zusätzlich zu ihren eigenen zu erfüllen.
Von der Vogue zum Hollywood-Erfolg
Trotz der Folgen haben beide Frauen bedeutende berufliche Erfolge erzielt, wenn auch in unterschiedlichen Bereichen:
- Leslie Fremar wechselte von der Redaktionswelt zu einer prominenten Hollywood-Stylistin und Leiterin für Promi-Beziehungen bei Prada. Zu ihrem hochkarätigen Kundenkreis zählen Stars wie Charlize Theron, Julianne Moore und Jennifer Connelly.
- Lauren Weisberger nutzte den enormen Erfolg des Originalbuchs, um eine Karriere als Vollzeitautorin aufzubauen und veröffentlichte später die Fortsetzung Die Rache trägt Prada: Der Teufel kehrt zurück.
Fremar bemerkte, dass sie und Weisberger seit ihrer Zeit bei Vogue nicht mehr miteinander gesprochen hätten und fügte hinzu, dass ein mögliches Wiedersehen „sehr peinlich“ wäre.
Warum das wichtig ist
Die Enthüllung verdeutlicht die verschwommenen Grenzen zwischen Promi-„Fiktion“ und der Realität in der Verlagswelt. Es unterstreicht auch das intensive, unter hohem Druck stehende Umfeld von Elite-Modemagazinen, in dem berufliche Ambitionen und persönliche Loyalität oft kollidieren. Da mit der bevorstehenden Fortsetzung das Interesse am Franchise wieder aufkeimt, dient Fremars Aussage als Erinnerung daran, dass das fesselndste Drama oft aus realen beruflichen Konflikten resultiert.
Die Spannung zwischen Weisbergers literarischen Ambitionen und Fremars Hingabe an die Mode schuf eine Kluft, die nicht nur ihre Beziehung definierte, sondern das eigentliche Wesen eines kulturellen Phänomens.



























