Eine aktuelle Studie hat einen bemerkenswerten Wandel in der Art und Weise hervorgehoben, wie die jüngste Generation mit Technologie und Intimität umgeht. Laut den von der Selbstverbesserungs-App RiseGuide veröffentlichten Daten gibt ein erheblicher Teil der Generation Z dem digitalen Konsum zunehmend Vorrang vor der physischen Verbindung.

Die Daten: Eine Verschiebung der Prioritäten

Die Umfrage, bei der 2.000 Amerikaner verschiedener Altersgruppen befragt wurden, ergab einen wachsenden Trend zum „passiven Konsum“, der das aktive Engagement ersetzt. Das verblüffendste Ergebnis zeigt, dass 1 von 8 Angehörigen der Generation Z das Scrollen durch soziale Medien als „lustvoller“ empfindet als Sex.

Beim Vergleich der Generationenpräferenzen für Intimität wird die Kluft noch deutlicher:
* Gen Z: Nur 64 % bevorzugen im Allgemeinen Sex.
* Millennials: 71 % bevorzugen Sex.
* Gen X: 79 % bevorzugen Sex.

Darüber hinaus ist die Tendenz, Bildschirme der Intimität vorzuziehen, nicht auf diejenigen beschränkt, die das Scrollen besser finden; Ungefähr 39 % der Generation Z und 38 % der Millennials gaben zu, dass sie „manchmal“ ihr Telefon der sexuellen Intimität vorziehen.

„Das große Unwollen“ verstehen

Forscher von RiseGuide haben dieses Phänomen „Das große Unwollen“ getauft. Dieser Begriff beschreibt einen umfassenderen gesellschaftlichen Wandel, bei dem digitale Stimulation als Ersatz für die Erfüllung in der realen Welt fungiert.

Jaimee Campanella, Zeitstratege bei RiseGuide, weist darauf hin, dass die Gefahr des ständigen Scrollens darin liegt, dass es zu einer „niedrigen“ Zufriedenheit führt. Dieser ständige Tropfen Dopamin hält den Einzelnen in einem Zustand ständiger Ablenkung und verhindert so den „Hunger“, der nach tieferen menschlichen Erfahrungen erforderlich ist, wie zum Beispiel:
* Echte emotionale Intimität
* Sinnvolle soziale Verbindungen
* Neue, greifbare Erfahrungen
* Tiefes Lernen und Wissen

Die Mechanismen der digitalen Sucht

Die Vorliebe für Bildschirme ist nicht nur eine Interessensentscheidung, sondern oft das Ergebnis einer physiologischen Abhängigkeit. Die Umfrage hebt mehrere alarmierende Statistiken über die Beziehung der Generation Z zu ihren Geräten hervor:

  • Suchteigenschaften: 57 % der Befragten der Generation Z verglichen die Suchtwirkung von „Doomscrolling“ mit Tabak oder Alkohol.
  • Tägliche Gewohnheiten: 82 % der Generation Z beginnen und beenden ihren Tag in sozialen Medien.
  • Hohe Nutzung: 44 % verbringen mehr als sechs Stunden pro Tag mit ihren Telefonen.
  • Der Schlafenszeitfaktor: 71 % aller Amerikaner geben an, dass sie hauptsächlich im Bett scrollen – dem Raum, der traditionell der Ruhe und Intimität vorbehalten ist.

Der Kampf um die Trennung

Bei vielen jungen Menschen ist der Wunsch vorhanden, sich wieder mit der physischen Welt zu verbinden, aber die Fähigkeit, ihn umzusetzen, wird durch die Gestaltung digitaler Plattformen behindert.

In Diskussionen darüber, wie schwierig es ist, diese Gewohnheiten zu durchbrechen, haben jüngere Benutzer festgestellt, dass sie sich zwar darüber im Klaren sind, dass Outdoor-Aktivitäten und persönliche Gespräche gesünder sind, das Auflegen des Telefonhörers jedoch eine erhebliche psychologische Hürde darstellt. Das erfolgreiche Trennen der Verbindung wird oft als der Kampf beschrieben, aus der durch den Bildschirm geschaffenen „Komfortzone“ herauszukommen.

„Das Scrollen macht Sie gerade so zufrieden, dass Sie nie wirklich hungrig nach allem sind, was wichtig ist“, bemerkt Jaimee Campanella.

Fazit

Der Aufstieg von „The Great Unwanting“ legt nahe, dass der digitale Konsum die Landschaft menschlicher Intimität und Verbindung grundlegend verändert. Da Bildschirme zu einer Hauptquelle für Dopamin werden, besteht die Herausforderung für die Generation Z darin, die Kapazität für die tiefen, unmittelbaren Erfahrungen zurückzugewinnen, die nur dann auftreten, wenn das Telefon ausgeschaltet ist.