„Es gibt nichts auf der Welt wie die Hingabe einer verheirateten Frau; davon weiß kein verheirateter Mann etwas.“ Oscar Wilde.

Wir alle haben diesen schwindelerregenden Rausch gespürt. Die Art, bei der Sie den Appetit verlieren und vergessen, auf Ihr Telefon zu schauen. Aber ist es Liebe? Oder ist es einfach Lust, einen schicken Anzug zu tragen? Um den Knoten zu lösen, wandten wir uns an die Anthropologieprofessorin Helen Fisher von der Rutgers University. Ihre Arbeit überbrückt die Lücke zwischen unserem Gefühl und dem, was unsere Biologie uns tatsächlich anschreit.

Der chemische Cocktail: Dopamin vs. Oxytocin

Woran erkennt man, ob es Liebe oder Lust ist? Es beginnt bei der Hardware.

Romantische Anziehung steigert Dopamin und Serotonin. Das ist die Hochstimmung. Die Besessenheit. Das Gefühl, dass man für diese Person durch eine Wand rennen könnte. Es ist eine hohe Energie. Es ist instabil.

Dann gibt es Anhaftung. Die Langstreckenphase. Dann übernimmt Oxytocin das Steuer. Es ist das „Hormon der Liebe“, die Chemikalie, die dich erdet. Es geht weniger um den flüchtigen Nervenkitzel als vielmehr um die ruhige Hand, die Sie im Dunkeln hält.

Lust? Das ist Testosteron. Sowohl Männer als auch Frauen laufen darauf. Es schafft gezielte Aufmerksamkeit. Sexuelle Erregung. Ihre Gefühle sind ihr egal; es geht um Präsenz.

Die beiden zu verwechseln ist leicht. Einer bringt dich zum Fliegen. Der andere lässt dich bleiben.

Ist Betrug in unserer DNA verankert?

Sprechen wir den Elefanten im Schlafzimmer an. Ist Untreue natürlich?

Aus darwinistischer Sicht ist die Antwort ein klares Ja. Wir haben die Schaltung. Es hat sich weiterentwickelt.

Denken Sie biologisch darüber nach. Wenn ein Mann mit einer Frau Kinder und mit einer anderen weitere Kinder zeugt, verbreitet er sein Erbgut weiter. Die mit Ehebruch verbundenen Gene werden weitergegeben. Es verewigt sich. Es geht im Moment nicht um Moral; es geht um Replikation.

Wer betrügt mehr? Die Kluft zwischen den Geschlechtern

Wer ist also eher vom Weg abgekommen?

Ungefähr 25 Prozent der Männer und 15 Prozent der Frauen begehen während ihrer Ehe Ehebruch.

Aber hier ist die Wendung. Ehebruch nimmt tatsächlich ab.

Warum? Unabhängigkeit. Frauen können jetzt unglückliche Ehen verlassen. Sie müssen nicht bleiben, um zu überleben. Männer und Frauen heiraten später, lassen sich häufiger scheiden und leben länger. Das bedeutet, dass ein größerer Teil des Erwachsenenlebens als Single verbracht wird. Weniger Zeit in der Ehe bedeutet weniger Gelegenheiten zum Fremdgehen.

Es ist nicht so, dass wir Heilige geworden sind. Wir sind einfach mobil geworden.

Sex und Liebe: Zwei verschiedene Sprachen

Erleben Männer und Frauen Intimität unterschiedlich?

Ja.

Frauen neigen dazu, Sex mit Romantik und Intimität zu verbinden. Es ist Teil des emotionalen Wandteppichs. Männer? Sie konzentrieren sich oft auf die Mechanik. Körperteile. Funktion.

Hier ist die Ironie. Männer betrachten Sex oft als einen intimeren Akt als Frauen.

Aus evolutionärer Sicht ist dies sinnvoll. Frauen bieten während der Kopulation ein „Geschenk“ an – die Gelegenheit für den Mann, seinen Samen zu verbreiten. Für Männer ist Sex ein direkter Weg zum Fortpflanzungserfolg. Für Frauen ist es sicherer, diesen Zugang durch eine emotionale Verbindung zu wahren. Außerdem ist es für Frauen einfacher, Sexualpartner zu finden, wenn sie dies wünschen. Die Dynamik ändert sich je nachdem, wer die reproduktive Hebelwirkung innehat.

Alter ändert das Drehbuch

Ihr Sexualtrieb ist nicht statisch. Es ist eine Flut.

Junge Männer? Ihr Testosteron erreicht ihren Höhepunkt in ihren frühen Zwanzigern. Es ist zehnmal höher als später im Leben. Das ist der Höhepunkt des Sexualtriebs. Danach flacht es ab.

Frauen? Ihren Höhepunkt erreichten sie in ihren späten 20ern und frühen 30ern.

Mit zunehmendem Alter und sinkendem Testosteronspiegel neigen Männer dazu, mitfühlender zu werden. Die Kante wird stumpf.

Wenn Frauen älter werden und der Östrogenspiegel abnimmt, steigt der relative Anteil an Testosteron in ihrem System. Sie werden durchsetzungsfähiger. Die Dynamik verschiebt sich.

Das Attraktivitätsparadoxon

Spielt das Aussehen eine Rolle? Ja. Aber nicht so, wie Sie denken.

Besonders attraktive Paare lassen sich häufiger scheiden. Nicht, weil sie sich hassen. Weil sie mehr Möglichkeiten haben. Weitere Optionen. Mehr Chancen, neue Beziehungen aufzubauen.

Im Allgemeinen passen wir zu Menschen mit ähnlicher Attraktivität. Es ist eine stabilisierende Kraft.

Doch die Vorlieben sind unterschiedlich. Männer neigen dazu, sich in hübsche Gesichter zu verlieben. Frauen fühlen sich zu Männern mit „dicken Geldbeuteln“ – Ressourcen – hingezogen.

Die Evolution lügt nicht. Männer versuchen, den Genpool zu verbessern. Frauen suchen Unterstützung für ihre Kinder. Es ist praktisch. Es ist kalt. Und es ist echt.

Das Fazit

Liebe, Lust und Untreue sind nicht nur Gefühle. Es sind biologische Imperative, die als Emotionen maskiert sind.

Das Verstehen des Unterschieds kann den Kummer vielleicht nicht stoppen. Aber es hilft zu erklären, warum das Herz so schlägt.

Wir sind Tiere mit Kalendern. Und die Biologie fragt selten um Erlaubnis.