Ein virales Video eines New Yorker Landwirts hat eine hitzige Debatte über einen wachsenden Trend in der modernen Arbeitswelt entfacht: Eltern, die einspringen, um das Berufsleben ihrer jungen erwachsenen Kinder zu verwalten.
Matt Baumgartner, Inhaber von June Farms und Star der Amazon Prime-Serie June Farms, nutzte Instagram, um seiner Frustration über ein wiederkehrendes Problem Luft zu machen. Er gab bekannt, dass er häufig Anrufe von Eltern erhält, die sich im Namen ihrer Kinder nach Stellenangeboten erkundigen – eine Praxis, die er sowohl „peinlich“ als auch schädlich für die Kandidaten selbst findet.
Ein wachsender Trend zur elterlichen Intervention
Während Baumgartners unverblümte Aussage – die Aufforderung an die Eltern, ihre Kinder „sich selbst anstrengen“ zu lassen – bei vielen Anklang fand, wird das Thema durch ernüchternde Statistiken untermauert. Daten aus einer aktuellen Resume Templates -Umfrage unter 1.000 Arbeitssuchenden der Generation Z (im Alter von 18 bis 23 Jahren) zeigen, wie stark die Einbeziehung der Eltern den Arbeitsmarkt für Berufseinsteiger durchdrungen hat:
- 51 % der Erwachsenen der Generation Z gaben an, dass ein Elternteil sie zu einem Vorstellungsgespräch begleitet.
- 75 % gaben an, dass ein Elternteil seine Bewerbungen eingereicht hat.
- 65 % gaben an, dass ein Elternteil mindestens einen Kandidatentest in seinem Namen absolviert hat.
- Zwei von drei Beschäftigten der Generation Z gaben an, dass ihre Eltern mit ihren Vorgesetzten über Terminplanung, Beförderungen oder Arbeitsplatzunterkünfte gesprochen haben.
Die Kluft zwischen „Unterstützung und übermäßiger Beteiligung“.
Der Wandel hin zur „Helikopter-Elternschaft“ im beruflichen Umfeld ist häufig auf mangelnde institutionelle Vorbereitung zurückzuführen. Julia Toothacre, Chef-Karrierestrategin bei Resume Templates, weist darauf hin, dass es an vielen weiterführenden Schulen nicht gelingt, grundlegende Fertigkeiten zur Berufsvorbereitung zu vermitteln, und dass die Karrierebüros an Hochschulen häufig nicht ausreichend ausgelastet sind. Dadurch entsteht ein Vakuum, in das Eltern eingreifen, um die Lücke zu schließen.
Es gibt jedoch einen entscheidenden Unterschied zwischen der Führung und der Übernahme. Experten und Arbeitgeber warnen gleichermaßen davor, dass Eltern, wenn sie die Grenze zu übermäßigem Engagement überschreiten, unbeabsichtigt den langfristigen Erfolg ihrer Kinder sabotieren.
Warum das für die Belegschaft wichtig ist:
- Mangelnde Autonomie: Wenn ein Kandidat einen einfachen Bewerbungsprozess nicht bewältigen kann, stellen Arbeitgeber seine Fähigkeit in Frage, die mit der Stelle verbundenen Aufgaben zu bewältigen.
- Gebremstes berufliches Wachstum: Eine übermäßige Abhängigkeit von den Eltern hindert junge Erwachsene daran, die in einem beruflichen Umfeld erforderlichen Problemlösungs- und Kommunikationsfähigkeiten zu entwickeln.
- Arbeitgeberkonflikte: Managern fällt es oft schwer, eine direkte, professionelle Beziehung zu einem Mitarbeiter aufzubauen, wenn ein Dritter ständig die grundlegende Logistik am Arbeitsplatz vermittelt.
Die Arbeitgeberperspektive
Die Reaktion der Geschäftswelt auf Baumgartners Video war überwiegend positiv. Kommentatoren, darunter Personalfachleute, erzählten Anekdoten von Eltern, die während des Einstellungsprozesses versuchten, bei Vorstellungsgesprächen dabei zu sein oder sogar Fragen für ihre Kinder zu beantworten.
Für viele Arbeitgeber ist dieser Grad der Einmischung ein Warnsignal. Wie ein Kommentator feststellte, ist es unwahrscheinlich, dass ein Kandidat in anspruchsvollen, praktischen Umgebungen wie der Arbeit auf dem Bauernhof oder dem schnelllebigen Einzelhandel erfolgreich sein wird, wenn er nicht die Initiative hat, sich selbst auf eine Stelle zu bewerben.
„Sie erweisen ihnen einen schlechten Dienst“, schloss Baumgartner und wiederholte damit eine Meinung, die viele Berufsexperten teilten.
Schlussfolgerung
Während die Unterstützung der Eltern von entscheidender Bedeutung ist, führt der Trend, die beruflichen Aufgaben junger Erwachsener zu bewältigen, zu einer Generation von Arbeitnehmern, die möglicherweise Schwierigkeiten mit der Unabhängigkeit haben. Letztendlich erfordert echte Karrierebereitschaft die Freiheit, zu scheitern, zu lernen und sich in der Berufswelt auf eigene Faust zurechtzufinden.
