Ein Mann aus Hongkong namens Eric machte eine beunruhigende Entdeckung: Aufnahmen von ihm und seiner Freundin bei sexuellen Aktivitäten wurden auf illegalen Spionagekamera-Pornografieseiten verkauft. Das Video wurde ohne ihr Wissen in einem Hotel in Shenzhen, China, gedreht und Eric stieß darauf, als er in einer expliziten Chat-Gruppe stöberte, die er häufig besucht.
Der Aufstieg nicht einvernehmlicher Spy-Cam-Inhalte
Erics Fall ist kein Einzelfall. Die BBC-Untersuchung ergab, dass Tausende ähnlicher Spy-Cam-Videos online kursieren und oft auf Messaging-Plattformen wie Telegram beworben werden. Diese Videos, die in Hotelzimmern, öffentlichen Toiletten und sogar Privathäusern gefilmt wurden, werden aufgrund ihres nicht geschriebenen Charakters als „authentische“ Pornografie vermarktet. Eric selbst gab zu, dass er diesen Inhalt wegen seines wahrgenommenen Realismus bevorzugte, bevor ihm klar wurde, dass er ein Opfer war.
Das Geschäft der Ausbeutung
Der Handel mit Spionagekameras ist lukrativ. Berichten zufolge verdiente ein Anbieter unter dem Pseudonym AKA im vergangenen Jahr in einem einzigen Monat etwa 22.000 US-Dollar. Trotz Chinas strenger Gesetze gegen Pornografie gedeihen diese Vorgänge über VPNs und verschlüsselte Plattformen wie Telegram, auf denen Inhalte anonym geteilt werden können. Aktivisten stellen fest, dass die Diskussion über das Thema häufig zensiert wird, obwohl die chinesische Regierung die Durchsetzung intensiviert.
Antwort und anhaltendes Problem von Telegram
Auf Nachfrage der BBC erklärte Telegram, dass nicht einvernehmliche Pornografie gegen die Nutzungsbedingungen verstoße und schädliche Inhalte aktiv entferne. Trotz dieser Behauptungen gibt es jedoch weiterhin solche Videos auf der Plattform, wobei kleinere Unterforen entstehen, nachdem größere Gruppen wie das „MaskPark Tree Hole Forum“ (mit 100.000 Mitgliedern) geschlossen wurden. Das zugrunde liegende Problem bleibt bestehen: Während die Plattformen behaupten, das Problem zu moderieren, macht das Ausmaß des Problems eine vollständige Beseitigung nahezu unmöglich.
Die Verbreitung von Spy-Cam-Inhalten unterstreicht ein wachsendes Problem der digitalen Ausbeutung, bei der die Privatsphäre routinemäßig aus Profitgründen verletzt wird. Die Tatsache, dass Opfer möglicherweise unwissentlich zu Subjekten in diesen Videos werden, verdeutlicht die Verletzlichkeit einzelner Personen in einer zunehmend vernetzten Welt.



























